Innere Antreiber: Wie sie unser Leben lenken und beeinflussen

In unserem täglichen Leben werden unsere Gedanken, Entscheidungen und Handlungen oft von unsichtbaren und unbewussten “Kräften” gelenkt – den inneren Antreibern. Sie sind Teil unserer Persönlichkeit und haben einen erheblichen Einfluss darauf, wie wir unser Leben gestalten, wie wir mit Herausforderungen umgehen und wie wir mit anderen interagieren. Doch was genau sind diese inneren Antreiber, wie entstehen sie, und wie können wir sie nutzen, um ein erfüllteres Leben zu führen?

Was sind innere Antreiber?

Innere Antreiber sind unbewusste Verhaltensmuster und Glaubenssätze, die tief in uns verankert sind. Sie treiben uns dazu an, uns in einer bestimmten Art und Weise zu verhalten und haben oft ihren Ursprung in unserer Kindheit. Eltern, Lehrer:innen und andere Autoritätspersonen haben in der Regel einen großen Einfluss darauf, welche inneren Antreiber sich bei uns entwickeln.

Ein Modell, das die inneren Antreiber gut beschreibt, stammt von dem Psychologen und Transaktionsanalytiker Taibi Kahler. Er identifizierte fünf Haupt-Antreiber, die in uns aktiv sein können:

  1. Sei perfekt!

  2. Mach es allen recht!

  3. Streng dich an!

  4. Sei stark!

  5. Beeil dich!

Diese Antreiber sind wie innere Stimmen, die uns sagen, wie wir handeln sollten, um erfolgreich, geliebt oder akzeptiert zu werden. Sie können uns antreiben und motivieren, können aber auch zu Stress und Überforderung führen, wenn sie außer Kontrolle geraten.

Die 5 inneren Antreiber im Detail

1. Sei perfekt!

Dieser Antreiber sorgt dafür, dass wir ständig nach Perfektion streben. Menschen, die diesen inneren Antreiber stark in sich tragen, setzen sich oft extrem hohe Standards. Sie haben das Gefühl, alles müsse makellos sein, und geben sich nur selten mit weniger zufrieden. Das kann zu großem Erfolg führen, aber auch zu Selbstzweifeln und Erschöpfung, wenn das Gefühl entsteht, nie genug zu sein.

Mögliche Auswirkungen: Perfektionismus kann uns zu Höchstleistungen anspornen, aber auch verhindern, dass wir uns Fehler erlauben und von ihnen lernen.

2. Mach es allen recht!

Menschen mit diesem Antreiber wollen von anderen gemocht und anerkannt werden. Sie sind oft harmoniebedürftig und stellen die Bedürfnisse anderer über ihre eigenen. Diese Haltung führt zu starken sozialen Bindungen, kann jedoch auch zu Selbstaufopferung und dem Verlust der eigenen Bedürfnisse führen.

Mögliche Auswirkungen: Dieser Antreiber kann zu guter Teamarbeit und Empathie führen, aber auch zu innerer Erschöpfung, wenn die eigenen Grenzen nicht wahrgenommen werden.

3. Streng dich an!

Der Antreiber „Streng dich an!“ fördert einen starken Ehrgeiz. Menschen, die diesen Antreiber in sich tragen, neigen dazu, Herausforderungen anzunehmen und hart für ihre Ziele zu arbeiten. Sie setzen oft alles daran, ihre Aufgaben zu erfüllen und erwarten auch von anderen ein hohes Maß an Einsatz.

Mögliche Auswirkungen: Hohe Motivation und Durchhaltevermögen sind positive Aspekte dieses Antreibers, doch wenn er überhand nimmt, kann es zu Überarbeitung und chronischem Stress kommen.

4. Sei stark!

Dieser Antreiber führt dazu, dass man keine Schwäche zeigen will. Menschen, die diesen Antreiber verinnerlicht haben, streben danach, immer unabhängig und belastbar zu sein. Sie glauben oft, dass es ein Zeichen von Schwäche ist, um Hilfe zu bitten oder Emotionen zu zeigen.

Mögliche Auswirkungen: Menschen mit diesem Antreiber gelten als verlässlich und souverän, doch kann es ihnen schwerfallen, Nähe zuzulassen oder ihre eigenen emotionalen Bedürfnisse anzuerkennen.

5. Beeil dich!

Dieser Antreiber führt dazu, dass man ständig unter Zeitdruck steht und immer das Gefühl hat, keine Zeit zu haben. Menschen mit diesem Antreiber hetzen oft von einer Aufgabe zur nächsten und haben Schwierigkeiten, sich zu entspannen.

Mögliche Auswirkungen: Dieser Antreiber kann zu hoher Effizienz führen, doch ständiger Zeitdruck kann auch Stress verursachen und langfristig zu Burnout führen.

Wie entstehen innere Antreiber?

Unsere inneren Antreiber entwickeln sich oft in der Kindheit, als Reaktion auf die Erwartungen und Verhaltensweisen von wichtigen Bezugspersonen. Kinder lernen schnell, was sie tun müssen, um Anerkennung, Zuneigung oder Lob zu erhalten. Wenn beispielsweise Eltern hohe Erwartungen an Perfektion stellen oder dem Kind das Gefühl geben, nur geliebt zu werden, wenn es stark oder erfolgreich ist, entwickelt sich ein entsprechender Antreiber.

Im Erwachsenenalter wirken diese Antreiber unbewusst weiter. Oft nehmen wir sie nicht als solche wahr, sondern empfinden den Druck, dem wir ausgesetzt sind, als normal.

Wie wir unsere inneren Antreiber positiv nutzen können

Innere Antreiber sind weder gut noch schlecht. Sie können uns motivieren und zu großartigen Leistungen führen, wenn wir sie bewusst wahrnehmen und in Balance halten. Das Problem entsteht erst dann, wenn diese Antreiber die Kontrolle übernehmen und unser Verhalten dominieren. Daher ist es wichtig, ein gesundes Gleichgewicht zu finden.

Hier einige Tipps, um die inneren Antreiber positiv zu nutzen:

  1. Selbstreflexion: Der erste Schritt ist, sich seiner inneren Antreiber bewusst zu werden. Welche inneren Botschaften treiben dich an? „Ich muss perfekt sein“, „Ich darf keine Schwäche zeigen“ oder „Ich muss mich beeilen“? Indem du diese Muster erkennst, kannst du beginnen, sie bewusst zu hinterfragen.

  2. Selbstakzeptanz: Erlaube dir, nicht immer nach den höchsten Standards zu streben. Es ist in Ordnung, Fehler zu machen, sich eine Pause zu gönnen oder Schwäche zu zeigen.

  3. Grenzen setzen: Lernen, „Nein“ zu sagen und deine eigenen Bedürfnisse zu respektieren. Wenn der „Mach es allen recht“-Antreiber zu stark ist, könntest du dich schnell überfordern.

  4. Achtsamkeit praktizieren: Achtsamkeit hilft dabei, in stressigen Momenten innezuhalten und bewusst zu handeln, anstatt den Antreibern impulsiv zu folgen. Dadurch gewinnt du mehr Kontrolle über deine Reaktionen und Entscheidungen.

Die Macht der inneren Antreiber verstehen und nutzen

Unsere inneren Antreiber sind mächtige Kräfte, die unser Verhalten stark beeinflussen. Sie können uns antreiben, unsere Ziele zu erreichen, Beziehungen zu pflegen und Herausforderungen zu meistern. Doch wenn sie überhand nehmen, können sie uns auch in Stress, Überforderung und innere Konflikte führen.

Indem wir unsere Antreiber bewusst wahrnehmen und lernen, mit ihnen umzugehen, können wir ein ausgeglicheneres und erfüllteres Leben führen. Die Balance zwischen gesunder Motivation und Selbstfürsorge ist der Schlüssel dazu, unsere inneren Antreiber als Kraftquelle zu nutzen, ohne uns von ihnen beherrschen zu lassen.

Du möchtest herausfinden, wie deine inneren Antreiber ausgeprägt sind? Google am besten nach dem “Antreibertest” und beantworte die Fragen gewissenhaft (ab 2025 wird ein Test unter diesem Beitrag ergänzt). Wenn du sie dann identifiziert hast, können wir in einem gemeinsamen Gespräch herausfinden, wie du deine inneren Antreiber verändern möchtest, damit sie förderlich werden. Melde dich gerne jederzeit! 

 

Alles Liebe,
deine Iris 

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