Da ich ein Gruppencoaching mit dem Titel “People Pleasing Passè” anbiete, weil ich der Überzeugung bin, dass wir lernen müssen diese Verhaltensweise abzulegen, um authentisch, zufrieden und vor allem gesund leben zu können, geht es heute im Blog um das Thema People Pleasing.
Denn People Pleasing – das Bedürfnis, es allen recht machen zu wollen – ist ein Verhalten, das tief in uns verwurzelt sein kann. Für viele von uns fühlt es sich an, als sei es unsere Aufgabe, die Erwartungen und Wünsche anderer zu erfüllen, oft auf Kosten unserer eigenen Bedürfnisse und Grenzen. Doch dieses ständige Streben nach Zustimmung kann auf Dauer negative Folgen haben. In diesem Beitrag erfährst du, warum People Pleasing schädlich ist und wie du lernen kannst, auf dich selbst zu hören und selbstbewusst zu dir zu stehen.
Was ist People Pleasing?
People Pleasing beschreibt das Verhalten, sich ständig nach den Erwartungen anderer zu richten, um Konflikte zu vermeiden oder Anerkennung zu bekommen. People Pleaser haben Schwierigkeiten damit, „Nein“ zu sagen, und opfern oft ihre eigenen Bedürfnisse, um anderen zu gefallen. Obwohl dies auf den ersten Blick altruistisch erscheinen mag, führt es langfristig dazu, dass sie sich überfordert, ausgelaugt und manchmal sogar ausgenutzt fühlen.
Dieses Verhaltensmuster kann in verschiedenen Lebensbereichen auftreten – im Beruf, in Freundschaften oder in romantischen Beziehungen. Oft wird es durch tiefsitzende Ängste oder Glaubenssätze angetrieben, wie die Angst vor Ablehnung, dem Wunsch nach Anerkennung oder dem Glauben, dass man nur wertvoll ist, wenn man anderen dient.
Warum People Pleasing uns schadet
Verlust der eigenen Identität Wenn wir ständig die Bedürfnisse anderer in den Vordergrund stellen, verlieren wir leicht den Kontakt zu uns selbst. Wir wissen irgendwann nicht mehr, was wir selbst wollen oder brauchen, weil wir es uns zur Gewohnheit gemacht haben, unsere Wünsche zu unterdrücken. Dieser Verlust der eigenen Identität kann zu Unzufriedenheit und innerer Leere führen.
Emotionale Erschöpfung Menschen, die ständig versuchen, es allen recht zu machen, geraten oft in einen Kreislauf der Erschöpfung. Sie übernehmen mehr Verantwortung, als sie bewältigen können, und fühlen sich schnell überfordert. Die ständige Anstrengung, den Erwartungen anderer gerecht zu werden, kann emotional belastend und stressig sein.
Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse People Pleaser stellen ihre eigenen Bedürfnisse regelmäßig hinten an. Dies kann nicht nur zu emotionalen Problemen führen, sondern auch zu körperlichen Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Stress oder Erschöpfung. Indem du dich ständig für andere aufopferst, signalisierst du dir selbst, dass deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse weniger wert sind – was dein Selbstwertgefühl beeinträchtigen kann.
Schwache oder unauthentische Beziehungen Ironischerweise kann People Pleasing dazu führen, dass Beziehungen weniger authentisch werden. Wenn du immer versuchst, dich anzupassen und den Erwartungen anderer gerecht zu werden, verlieren die Menschen um dich herum den Zugang zu deinem wahren Selbst. Das führt zu oberflächlichen Beziehungen, in denen du dich nicht wirklich gesehen und verstanden fühlst.
Warum fällt es so schwer, „Nein“ zu sagen?
Der Wunsch, es allen recht zu machen, hat oft tief verwurzelte Ursachen. Viele Menschen lernen schon in ihrer Kindheit, dass sie Anerkennung und Liebe bekommen, wenn sie die Erwartungen anderer erfüllen. Diese Prägung bleibt im Erwachsenenalter oft bestehen und verstärkt das Gefühl, dass die eigenen Bedürfnisse nicht wichtig oder wertvoll sind.
Auch die Angst vor Ablehnung spielt eine große Rolle. Wir fürchten, dass andere uns nicht mehr mögen, wenn wir „Nein“ sagen, oder dass wir Konflikte provozieren, die wir lieber vermeiden möchten. So entwickelt sich ein Verhaltensmuster, bei dem wir uns schuldig oder ängstlich fühlen, wenn wir unsere eigenen Grenzen setzen.
Wie du aufhörst, ein People Pleaser zu sein
Der Weg aus dem People Pleasing führt über Selbstreflexion, das Setzen von Grenzen und das Üben, für sich selbst einzustehen. Hier sind einige Schritte, die dir dabei helfen können:
1. Reflektiere deine Bedürfnisse
Nimm dir regelmäßig Zeit, um herauszufinden, was du wirklich willst. Welche Aktivitäten, Menschen oder Situationen rauben dir Energie, und welche geben dir Kraft? Wenn du dir deiner eigenen Bedürfnisse bewusst bist, wird es leichter, klare Grenzen zu setzen.
2. Übe das „Nein“-Sagen
Das Setzen von Grenzen ist der Schlüssel, um People Pleasing zu überwinden. Übe, „Nein“ zu sagen, auch wenn es sich zunächst unangenehm anfühlt. Beginne mit kleinen Schritten, indem du in Situationen, in denen du dich überfordert fühlst, freundlich und respektvoll ablehnst. Es ist wichtig zu verstehen, dass „Nein“ zu sagen nicht unfreundlich ist, sondern ein Ausdruck von Selbstfürsorge.
3. Akzeptiere, dass du nicht jedem gefallen kannst
Es ist eine Tatsache: Es wird immer Menschen geben, die mit deinen Entscheidungen nicht einverstanden sind. Akzeptiere, dass du nicht allen gefallen kannst – und das ist in Ordnung. Du bist nicht verantwortlich für die Reaktionen und Erwartungen anderer. Dein Hauptfokus sollte darauf liegen, ehrlich und authentisch mit dir selbst zu sein.
4. Setze klare Grenzen
Grenzen zu setzen, bedeutet, dir selbst und anderen klar zu machen, was für dich akzeptabel ist und was nicht. Das kann in persönlichen Beziehungen, bei der Arbeit oder im sozialen Umfeld geschehen. Indem du klare Grenzen ziehst, zeigst du anderen, dass du deine eigenen Bedürfnisse und dein Wohlbefinden respektierst.
5. Stärke dein Selbstwertgefühl
Viele People Pleaser haben ein geringes Selbstwertgefühl und glauben, dass sie nur dann gemocht werden, wenn sie anderen gefallen. Arbeite daran, dein Selbstwertgefühl zu stärken, indem du dich auf deine eigenen Stärken konzentrierst und dir bewusst machst, dass du wertvoll bist – unabhängig davon, was andere von dir erwarten.
6. Umgebe dich mit Menschen, die dich unterstützen
Nicht jede:r wird deine neuen Grenzen akzeptieren, und das ist in Ordnung. Doch es ist wichtig, dich mit Menschen zu umgeben, die dich und deine Bedürfnisse respektieren. Freundschaften und Beziehungen sollten auf Gegenseitigkeit beruhen – Menschen, die dich wirklich schätzen, werden dein Bedürfnis nach Grenzen und Selbstfürsorge verstehen und respektieren.
Die Balance zwischen Geben und Nehmen
Es ist nicht falsch, anderen zu helfen und zu unterstützen. Doch es ist wichtig, eine gesunde Balance zwischen dem Geben und dem Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse zu finden. Wenn du aufhörst, es allen recht machen zu wollen, gewinnst du mehr Energie, Klarheit und Zufriedenheit in deinem Leben. Du lernst, dich selbst zu respektieren und authentische, erfüllende Beziehungen zu führen, die auf Ehrlichkeit und gegenseitigem Respekt basieren. Die Reise, das People Pleasing abzulegen, beginnt mit kleinen Schritten – aber sie führt zu einem selbstbewussteren und glücklicheren Leben.
Und wenn du dir beim Ablegen dieses Verhaltensmusters Unterstützung wünscht: ich biete ein 8-wöchiges Gruppenprogramm an, bei dem du – im Austausch mit anderen – viel reflektierst und neue, förderliche Verhaltensweisen übst. Melde dich doch gleich für den nächsten Durchgang an!
Alles Liebe,
deine Iris